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KV "Die Bollen"

Namensgebung

Als sich die Hülzweiler "Bollen" am 22.11.1975 zu ihrer Gründungsversammlung trafen, griffen sie bei der Namensgebung weit in die Historie zurück. Ein Dekret der Äbtissin von Fraulautern besagt, dass die Bauern und Wirtsleute von Hülzweiler für das leibliche Wohl der Gäste der Kirmes und des Viehmarktes an Laurentii (11.8.) zu sorgen hatten. Zur Beköstigung der vielen Gäste bot sich geradezu ein Eintopf an, der mit einer großen "Boll", einer Suppenkelle - mit Verlaub für orts- und mundartunkundige Zeitgenossen -, ausgeteilt wurde. So ist die "Boll" zu einem Wahrzeichen von Hülzweiler geworden, das alljährlich in unterschiedlichen Größen beim traditionellen Kirmesumzug mitgeführt wird. Der den Hülzweilern angehängte Spitzname "Bollen" oder "mit der Boll Getuppte" wird noch heute von allen Bürgern als besondere Ehre und Auszeichnung verstanden, denn wer kennt nicht das geflügelte Wort "in Hülzweiler geboren, ist so gut wie am Hofe erzogen" - ein Hinweis auf die über 1000jährige Geschichte des Ortes sowie auf ein über Jahrhunderte blühendes Kultur und Vereinsleben, das über die Ortsgrenzen hinweg einen Vergleich nicht zu scheuen braucht. Wer die bürgerlichen Ehrenrechte von Hülzweiler nicht aufgrund seiner Geburt mitbekommen hat, kann diese per "Bollenschlag" nachträglich erwerben. So werden Auswärtige an Kirmes in feierlicher Zeremonie "mit der Boll getuppt" und so in die Dorfgemeinschaft aufgenommen.

Ein weiterer Ursprung der "Boll" reicht in den kirchlichen Raum. Der Kirchenschweizer in Hülzweiler soll auf seinem Stab früher eine Weltkugel (Boll) getragen haben und damit schlafende Gottesdienstbesucher durch leichtes "Tuppen" geweckt haben. Diese hatten dann für längere Zeit den Spott der Mitbürger zu ertragen.